Leopoldina warnt: Social Media kann Kinder gefährden
Instagram, TikTok & Co. prägen den Alltag – doch intensive Nutzung kann belastend wirken. Ein neues Papier der Leopoldina warnt vor Risiken für das psychische Wohlbefinden und fordert klare Altersgrenzen sowie Schutzmaßnahmen.
ZR
Zwergerl Redaktion
20. August 2025·2 Min.
Instagram, TikTok & Co. prägen den Alltag – doch intensive Nutzung kann belastend wirken. Ein neues Papier der Leopoldina warnt vor Risiken für das psychische Wohlbefinden und fordert klare Altersgrenzen sowie Schutzmaßnahmen.
Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich soziale Medien wie Instagram, TikTok oder WhatsAppArtikelWarum das jugendliche Gehirn besonders empfindlich auf Social Media reagiertDieser Beitrag knüpft an den Artikel „Social Media unter 16: Würde ein Verbot Familien schützen – oder sie alleinlassen?“ an und vertieft die Debatte um Schutz, Verantwortung und Regulierung aus neurowissenschaftlicher Perspektive.. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina warnt nun in einem neuen Diskussionspapier vor möglichen Gefahren: Bei einer sehr intensiven Nutzung können soziale Netzwerke das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden beeinträchtigen.
Wenn aus Spaß Belastung wird
Die Autorinnen und Autoren des Papiers machen deutlich: Soziale Medien können bei übermäßigem Gebrauch negative Auswirkungen auf das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen haben. Manche junge Menschen entwickeln sogar ein riskantes oder suchtähnliches Nutzungsverhalten.
ArtikelBildschirmzeit bei Kindern: Warum zu viel Handy der Seele schaden kannIn einer Welt, in der Smartphones, Tablets und digitale Spiele zum Alltag gehören, wird die Bildschirmzeit von Kindern immer länger. Doch was macht das mit ihrer Psyche? Eine neue Metastudie der Universität Brisbane liefert alarmierende Antworten.
Die Studienlage zeigt vor allem statistische Zusammenhänge:
Querschnittstudien belegen, dass Kinder, die sehr viel in sozialen Medien unterwegs sind, häufiger unter psychischen Belastungen leiden.
Einige Längsschnittstudien weisen darauf hin, dass die intensive Nutzung auch ursächlich an solchen Problemen beteiligt sein kann.
Obwohl nicht alle Risiken abschließend wissenschaftlich geklärt sind, empfehlen die Forschenden, nach dem Vorsorgeprinzip zu handeln: Das bedeutet, Kinder und Jugendliche schon jetzt zu schützen, sobald Hinweise auf mögliche Gefahren bestehen.
Altersgrenzen und Schutzmaßnahmen
Um Kinder und Jugendliche zu schützen, formulieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konkrete Empfehlungen:
Keine Social-Media-Accounts unter 13 Jahren.
13- bis 15-Jährige nur mit elterlicher Zustimmung.
Altersgerechte Gestaltung der Plattformen für Jugendliche bis 17 Jahre, etwa durch das Verbot personalisierter Werbung oder besonders suchterzeugender Funktionen wie endloses Scrollen oder Push-Nachrichten.
Kein Smartphone-Einsatz in Kitas und Schulen bis einschließlich Klasse 10.
Außerdem sollen soziale Netzwerke so reguliert werden, dass Altersgrenzen technisch überprüfbar sind. Ein Beispiel: Die geplante EUDI-Wallet, ein digitaler Altersnachweis, könnte künftig einen rechtssicheren Zugang ermöglichen.
Bildung und Aufklärung als Schlüssel
Doch Verbote allein reichen nicht. Die Leopoldina betont, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten und kompetenten Umgang mit digitalen MedienArtikelMedienkompetenz für ElternWie viel Bildschirmzeit ist okay? Welche Apps sind sicher? Und wo finden Eltern gute Infos? – Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Kinder digital begleiten und mit einfachen Technologielösungen für mehr Sicherheit sorgen. zu befähigen. Dazu schlagen die Forschenden vor:
Einführung eines digitalen Bildungskanons in Schulen und KitasEventMedienbildung für FamilieMedienerziehung leicht gemacht:
Eintritt frei
Elternabend zur Medienerziehung mit praktischen Tools zum Ausprobieren: Lernen Sie, wie Sie Ihre Kinder sicher und kreativ im Umgang mit digitalen Medien unterstützen können - inklusive Einführun....
Stärkung der Kompetenzen von Lehr- und Erziehungsfachkräften, damit sie riskantes Verhalten früh erkennen.
Public-Health-KampagnenEventvhs.online: Klick & Klar - Das Medien-Update für Eltern, die Familien über Chancen und Risiken sozialer Medien aufklären.
Forschung geht weiter
Noch viele Fragen sind offen: Welche Mechanismen genau wirken sich auf die Psyche aus? Welche Schutzmaßnahmen greifen am besten? Um Antworten zu finden, fordern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr Forschung. Nur so können Politik, Bildung und Gesellschaft Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt besser begleiten.
-unterstützt durch KI-
Dieser Beitrag knüpft an den Artikel „Social Media unter 16: Würde ein Verbot Familien schützen – oder sie alleinlassen?“ an und vertieft die Debatte um Schutz, Verantwortung und Regulierung aus neurowissenschaftlicher Perspektive.