Alarmierende Prognose: Immer mehr Kinder sind übergewichtig
Studien warnen: Bis 2050 könnte jedes dritte Kind übergewichtig sein. Erfahre, warum Prävention so wichtig ist – und wie Eltern frühzeitig handeln können.

Die aktuelle Forschung schlägt Alarm: Wenn sich der Trend fortsetzt, wird im Jahr 2050 rund jedes dritte Kind bzw. Jugendliche weltweit übergewichtig oder sogar fettleibig sein. Besonders die Anzahl der Kinder mit Adipositas – also starkem Übergewicht – könnte in den nächsten fünf Jahren drastisch steigen. Diese besorgniserregende Entwicklung geht aus einer internationalen Studie unter der Leitung des australischen „Murdoch Children’s Research Institute (MCRI)“ hervor.
Laut der Analyse, die auf Daten der „Global Burden of Disease Study“ basiert, waren bereits im Jahr 2021 rund 493 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen – ein enormer Anstieg im Vergleich zu 1990, als es noch deutlich weniger waren. Die Zahl der Kinder mit Adipositas hat sich seitdem mehr als verdreifacht.
Was genau ist Adipositas?
Adipositas ist mehr als „nur“ Übergewicht – es handelt sich um eine chronische Erkrankung. Sie kann das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Typ-2-Diabetes oder Gelenkprobleme erhöhen. Medizinisch spricht man von Adipositas, wenn der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) bei 30 oder mehr liegt. Der BMI setzt das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße und gibt so einen groben Richtwert für das Gewicht.
Regionale Unterschiede und globale Trends
Besonders stark betroffen werden laut der Studie in Zukunft Regionen wie Nordafrika, der Nahe Osten, Lateinamerika und die Karibik sein. Hier könnte im Jahr 2050 ein Drittel aller fettleibigen Kinder und Jugendlichen leben. In der Altersgruppe der 5- bis 14-jährigen Jungen wird Adipositas Schätzungen zufolge sogar häufiger auftreten als moderates Übergewicht. Der Bericht, der im Fachjournal *The Lancet*00397-6/fulltext) veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass ohne entschiedene politische Maßnahmen die Zahlen weiter steigen werden.
Warum Kinder besonders gefährdet sind
Kinder und Jugendliche gehören zu den am stärksten gefährdeten Gruppen im Zusammenhang mit Übergewicht und Fettleibigkeit – das unterstreicht auch Dr. Jessica Kerr vom MCRI. Der Grund dafür ist vielschichtig: In jungen Jahren werden nicht nur körperliche Grundlagen gelegt, sondern auch wichtige Verhaltensmuster geformt. Wenn sich bereits in der Kindheit ein ungesundes Essverhalten oder Bewegungsmangel etabliert, ist es oft schwer, diese Gewohnheiten später wieder zu verändern.





