Long COVID betrifft besonders häufig Frauen – vor allem zwischen 40 und 55 Jahren. Erfahre hier, warum das so ist, welche Symptome auftreten, wie die Behandlung aussieht und welche Auswirkungen COVID auf Schwangerschaft und Kinderwunsch haben kann.
ZR
Zwergerl Redaktion
22. April 2025·7 Min.
Long COVID ist für viele Menschen eine langwierige Belastung – körperlich, seelisch und sozial. Besonders Frauen scheinen nach einer COVID-19-Erkrankung häufiger von den langfristigen Beschwerden betroffen zu sein. Neue Forschungsergebnisse werfen ein Licht auf dieses Ungleichgewicht und zeigen, warum gerade Frauen zwischen 40 und 55 Jahren ein erhöhtes Risiko tragen. Aktuelle Zahlen belegen, dass Frauen in dieser Altersgruppe deutlich häufiger an Long COVID leiden als Männer (Stand: April 2025).
Im Rahmen einer groß angelegten Kohortenstudie wurden die gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 bei Frauen untersucht, was die Grundlage für die aktuellen Erkenntnisse bildet.
Long COVID: Wenn das Virus Spuren hinterlässt
Auch lange nach einer überstandenen Corona-Infektion leiden viele Menschen unter anhaltenden Beschwerden – ein Phänomen, das unter dem Begriff Long COVID bekannt ist. Die Long Covid Symptome und die zugrunde liegende Symptomatik sind äußerst vielfältig und können individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und betreffen häufig mehrere Organsysteme gleichzeitig. Viele Betroffene berichten von chronischer Erschöpfung (Fatigue), Konzentrationsstörungen, Atemnot, Herzrasen oder einem anhaltenden Druckgefühl in der Brust. Hinzu kommen oft Schlafstörungen, Muskelschmerzen, depressive Verstimmungen oder AngstzuständeAusflugszielAchtsamkeits- und Meditations-App BamBuFür 14 Tage stellt BamBu seine Meditationsserie zum Umgang mit Ängsten gratis zur Verfügung.. Kurzatmigkeit und Husten sind ebenfalls häufige Symptome, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus bzw. SARS-CoV-2-Virus auftreten und über Wochen oder Monate anhalten können. Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus können durch eine fehlgeleitete Immunantwort, an der insbesondere T-Zellen beteiligt sind, zu chronischen Entzündungen und damit zu Long COVID führen. Viele Betroffene fühlen sich in ihrem Alltag durch diese Symptome massiv eingeschränkt – und das teils über Monate hinweg. Um die Ursachen der Beschwerden abzuklären und andere Erkrankungen auszuschließen, sind gezielte Untersuchungen notwendig. Die langfristigen Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion werden häufig als Post-COVID, Post-COVID-Zustand oder Post-Covid-Syndrom bezeichnet, wobei diese Begriffe unterschiedliche Aspekte der anhaltenden Symptomatik und der medizinischen Einordnung beschreiben.
Ein sensibler Aspekt, der zunehmend in den Fokus rückt, sind die Auswirkungen einer COVID-19-Infektion auf den weiblichen Zyklus, die Fruchtbarkeit und SchwangerschaftenArtikelSchwanger während CoronaAntworten auf wichtige Fragen zum Thema Schwangerschaft während der Covid-19 Pandemie. Erste Studien deuten darauf hin, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu Zyklusveränderungen führen kann – etwa in Form von unregelmäßigen Blutungen oder verstärkten Beschwerden während der Periode. Bei anhaltenden Beschwerden in der Schwangerschaft sollte die Möglichkeit eines Long COVID oder eines Post-COVIS-Zustands als Ursache in Betracht gezogen werden.
Auch in der Frühschwangerschaft kann eine Infektion mit COVID-19 Komplikationen begünstigen. Zwar zeigen die meisten Daten bislang keine dramatisch erhöhte Fehlgeburtsrate, doch verweisen Mediziner auf ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie\* oder Frühgeburten. Das Post-Covid-Syndrom kann zudem langfristige Folgen für die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer Schwangerschaft haben. Wer eine Schwangerschaft plant oder schwanger ist, sollte sich daher engmaschig ärztlich betreuen lassen – insbesondere nach einer Infektion oder bei Long-COVID-Symptomen. Ein wichtiger Hinweis: Im Rahmen der Betreuung schwangerer Patientinnen ist eine gründliche Untersuchung notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen und die jeweiligen Symptome abzuklären.
\*Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung, bei der es zu Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin kommt und die unbehandelt gefährlich für Mutter und Kind sein kann.
Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer
Während Männer häufiger schwere Verläufe der akuten Erkrankung durchmachen, sind es laut aktueller Studien vor allem Frauen, die mit Langzeitfolgen kämpfen. Es gibt deutliche Geschlechtsunterschiede und Hinweise auf geschlechtsunterschiedene Faktoren bei Long COVID, die sich auf das Geschlecht, die Immunantwort und hormonelle Unterschiede zurückführen lassen. Eine großangelegte US-Studie mit über 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat ergeben: Das Risiko, Long COVID zu entwickeln, ist bei Frauen im Vergleich zu Männern signifikant erhöht – insbesondere im Alter zwischen 40 und 55 Jahren. Hinweise aus weiteren Studien belegen, dass Geschlechtsunterschiede und das mittlere Alters der betroffenen Frauen einen wichtigen Risikofaktor darstellen.
Die Daten aus der sogenannten RECOVER-Studie des University of Texas Health Science Center in San Antonio, die an über 80 Standorten in den USA erhoben wurden, zeigen: Frauen hatten im Schnitt ein um 31 bis 44 Prozent höheres Risiko, langfristige Symptome zu entwickeln. Besonders auffällig ist das bei Frauen vor oder während der Wechseljahre. Die hormonellen Veränderungen in dieser Lebensphase könnten eine Rolle spielen, sind aber noch nicht vollständig erforscht. Testosteron wird als möglicher Einflussfaktor bei Männern diskutiert, da es die Immunantwort beeinflussen kann. Das Ergebnis verschiedener Studien zeigt, dass das Risiko für Long COVID maßgeblich von individuellen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. Cov 2 Infektion abhängt. Wissenschaftliche Hinweise und Ergebnisse aus Kohortenstudien unterstreichen die Bedeutung dieser Risikofaktoren und die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für die Patientin und andere Betroffene ist eine individuelle medizinische Abklärung und Berücksichtigung der persönlichen Bedürfnisse besonders wichtig.
Mögliche Ursachen für die erhöhte Anfälligkeit
Warum Frauen häufiger von Long COVID betroffen sind, ist bislang nicht abschließend geklärt. Forschende vermuten, dass hormonelle Unterschiede, das Immunsystem und genetische Faktoren eine Rolle spielen. Hinweise deuten darauf hin, dass Infektionen bei Frauen zu einer stärkeren Aktivierung der T-Zellen führen können, was das Risiko für Autoimmunreaktionen und chronische Entzündungen erhöht. Im Vergleich dazu könnte Testosteron bei Männern als Schutzfaktor wirken, indem es die Immunantwort moduliert und so das Risiko für langfristige Folgen reduziert. Auch geschlechterspezifische Unterschiede bei der medizinischen Versorgung und im Umgang mit gesundheitlichen Belastungen könnten Einfluss nehmen.
Eines der zentralen Themen ist die Vielfalt der Symptomatik und der Erkrankungen, die als Folge einer Infektion auftreten können. Zu den Risikofaktoren zählen neben biologischen Unterschieden auch Vorerkrankungen und individuelle genetische Dispositionen. Um die Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen, sind umfassende Untersuchungen und eine sorgfältige medizinische Untersuchung notwendig. Im Rahmen weiterer Forschung ist es wichtig, individuelle Belastungsgrenzen zu berücksichtigen und die Behandlung an die jeweilige Symptomatik anzupassen.
Die Ergebnisse machen deutlich: Es braucht gezielte Forschung und medizinische Strategien, die auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind. Denn Long COVID ist nicht nur eine individuelle Belastung – sondern auch ein Thema für die öffentliche Gesundheit.
Symptome von Long COVID bei Frauen
Long COVID äußert sich bei Frauen in einer Vielzahl von Symptomen, die das tägliche Leben stark beeinträchtigen können. Besonders häufig berichten Frauen nach einer COVID-19-Erkrankung über anhaltende Erschöpfung, sogenannte Fatigue, sowie über Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Viele Betroffene erleben zudem den sogenannten „Brain Fog“ – ein Gefühl geistiger Benommenheit, das das Denken und Erinnern erschwert. Diese Symptome können sowohl nach milden als auch nach schweren Verläufen einer Infektion auftreten und sind bei Frauen im Alter zwischen 40 und 55 JahrenEventOnline-Vortragsreihe "Wechseljahre" besonders ausgeprägt.
Studien, wie die der American Thoracic Society, zeigen, dass Frauen nach einer COVID-19-Infektion häufiger und längerfristig unter Einschränkungen leiden als Männer. Die Beschwerden reichen von leichten Symptomen bis hin zu massiven Einschränkungen im Alltag, etwa bei der Arbeit, im Familienleben oder in der Freizeit. Die genauen Gründe, warum Frauen häufiger von Long COVID betroffen sind, sind noch nicht abschließend geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Immunantwort eine entscheidende Rolle spielen. Auch hormonelle Faktoren und das Alter könnten das Risiko für Long COVID bei Frauen beeinflussen. Klar ist: Die Symptome sind vielfältig und können sich von Frau zu Frau stark unterscheiden – was die Diagnose und Behandlung zusätzlich erschwert.
Rehabilitation und Wege zurück in den Alltag
Für viele Long COVID-Patientinnen ist der Weg zurück in ein normales Leben eine große Herausforderung. Die Rehabilitation sollte deshalb individuell auf die jeweiligen Symptome und Bedürfnisse abgestimmt werden. Ein wichtiger Bestandteil ist die behutsame Steigerung der körperlichen Aktivität, um die Belastbarkeit Schritt für Schritt zu verbessern. Dabei ist es entscheidend, auf die eigenen Grenzen zu achten und regelmäßige Pausen einzulegen, um eine Überlastung zu vermeiden.
Ergotherapeutische Maßnahmen können helfen, Alltagsfähigkeiten wiederzuerlangen und den Alltag besser zu bewältigen. Auch die Anpassung der Wohnumgebung an die aktuellen Bedürfnisse kann eine große Erleichterung für Betroffene sein. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf unterstützen die Genesung zusätzlich und helfen, die Symptome von Long COVID zu lindern.
In Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten und spezialisierte Einrichtungen, die Long COVID-Patientinnen und -Patienten auf ihrem Weg zurück in den Alltag begleiten. Reha-Kliniken und ambulante Rehabilitationseinrichtungen bieten gezielte Programme an, die auf die besonderen Herausforderungen von Long COVID zugeschnitten sind. Es empfiehlt sich, gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen, um die bestmögliche Versorgung und Unterstützung zu erhalten. So kann Schritt für Schritt die Lebensqualität verbessert und der Weg zurück in ein aktives Leben geebnet werden.
Fazit: Frauen brauchen gezielte Unterstützung bei Long COVID
Long COVID ist längst keine Einzelfall-Diagnose mehr – und für viele Frauen eine echte Herausforderung. Die neuesten Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, geschlechtsspezifische Unterschiede ernst zu nehmen. Es gibt zahlreiche Hinweise aus der Forschung, dass Geschlechtsunterschiede und das Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Prävalenz und Symptomatik von Long COVID spielen. Forschung, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Aufmerksamkeit müssen hier ansetzen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Frauen mit Long COVID die Hilfe bekommen, die sie brauchen – in jeder Lebensphase.
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