Verhütung nach der Geburt: So schützt du dich, wenn du (noch) nicht wieder schwanger werden willst
Die Verhütungsmethode nach der Schwangerschaft ist keine leichte Wahl. Wir stellen dir die besten Verhütungsmittel vor, die auch während dem Stillen eingesetzt werden dürfen.
ZR
Zwergerl Redaktion
1. Januar 2020·3 Min.
Die Verhütungsmethode nach der Schwangerschaft ist keine leichte Wahl. Wir stellen dir die besten Verhütungsmittel vor, die auch während dem Stillen eingesetzt werden dürfen.
Gerade noch warst du schwanger und plötzlich ist dein Baby da. Zwischen Kuscheleinheiten, StillversuchenArtikelMotivierende Beratung zum StillenViele Schwangere und Mütter haben gemischte Gefühle zum Thema Stillen und empfinden es als herausfordernd. Sie stellen sich Fragen wie: Habe ich genug Milch? Passt das Stillen zu meinem Alltag? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um abzustillen? und Schlafmangel ist an eine erneute Schwangerschaft wahrscheinlich erstmal nicht zu denken. Doch der Körper tickt oft anders als das Bauchgefühl: Auch nach der Geburt kann es schneller gehen, als man denkt. Deshalb ist das Thema Verhütung nach der Geburt wichtig, auch wenn es sich anfangs noch ganz weit weg anfühlt.
Stillen schützt – aber nicht sicher
Vielleicht hast du schon gehört, dass Stillen vor einer Schwangerschaft schützt. Das stimmt, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Du musst dein Baby voll stillen (ohne Zufüttern), darfst keine langen Stillpausen machen und dein Kind muss unter sechs Monate alt sein. Trotzdem kann ein Eisprung auch unbemerkt stattfinden und damit ist eine Schwangerschaft möglich.
Deshalb gilt: Wer (noch) kein weiteres Kind möchte, sollte sich rechtzeitig Gedanken über die passende Verhütung machen.
In den ersten sechs Wochen nach der Geburt steht die Rückbildung im Vordergrund, körperlich und emotional. In dieser Zeit solltest du generell auf Sex verzichten, auch wegen der erhöhten Infektionsgefahr. Danach kann es aber schnell wieder „losgehen“ und dann ist es gut, vorbereitet zu sein.
Ob du stillst oder nicht, wie dein Körper sich anfühlt, ob du hormonfrei verhüten möchtest, all das spielt bei der Wahl der Methode eine Rolle.
Welche Verhütung passt zu mir – und zu meinem Baby-Alltag?
Hier stellen wir dir die wichtigsten Methoden vor, mit ihren Vor- und Nachteilen für die Zeit nach der Geburt:
1. Kondome
✔ Sofort einsetzbar, hormonfrei, beeinflusst die Milchbildung nicht.
✘ Muss jedes mal verwendet werden, bei Schlafmangel kann das nerven.
✘ Muss jeden Tag zur selben Uhrzeit genommen werden, im Babyalltag nicht immer einfach.
3. Spirale (Kupfer oder Hormonspirale)
✔ Einmal eingesetzt, mehrere Jahre Ruhe.
✘ Frühestens 6–8 Wochen nach der Geburt möglich, erfordert ärztlichen Eingriff.
4. Verhütungsstäbchen
✔ Drei Jahre Schutz, sicher, auch in der Stillzeit geeignet.
✘ Wird unter die Haut eingesetzt, kleine OP nötig.
5. Verhütungsspritze
✔ Nur alle drei Monate notwendig, für Stillende geeignet.
✘ Kann Zyklus und Stimmung beeinflussen, Rückkehr zur Fruchtbarkeit dauert oft länger.
6. Natürliche Methoden / Zyklus-Tracking
✔ Hormonfrei und körpernah.
✘ Direkt nach der Geburt (noch) nicht zuverlässig, der Zyklus ist unvorhersehbar.
Du musst nicht alles allein entscheiden
Vielleicht fühlst du dich von all den Möglichkeiten überfordert, das ist total normal. Sprich am besten mit deiner Gynäkologin oder Hebamme darüber, welche Methode gerade zu dir passt. Viele Frauen entscheiden sich im Laufe der Zeit nochmal um und das ist völlig okay.
Und noch ein Tipp: Die Nachsorgeuntersuchung nach dem WochenbettEventBaby- und KleinkindsprechstundeDie Beratung ist kostenfrei und vertraulich. ist ein guter Moment, um Verhütung anzusprechen, wenn du magst, auch gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin.
Fazit: Dein Körper, deine Entscheidung
Du darfst dir Zeit lassen und gleichzeitig gut auf dich achten. Ob du bald wieder schwanger werden willst oder dir erst mal eine Pause gönnen möchtest: Verhütung nach der Geburt ist kein Tabu, sondern Selbstfürsorge.