Bei vielen Kindern mangelt es an finanzieller Bildung. Das müssen sie später möglicherweise teuer bezahlen. Finanzbildung ist zudem Beziehungsarbeit; zum Beispiel bei anstrengenden Diskussionen um das nächste Smartphone oder angesagte Klamotten.
ZR
Zwergerl Redaktion
26. Januar 2025·3 Min.
Beim Geld hört die Freundschaft auf, sagt man. In der Familie sollte man dagegen früh mit dem Thema anfangen. Denn bei vielen Kindern mangelt es an finanzieller BildungArtikelTaschengeld für Kinder: Ein wichtiger Schritt zur finanziellen BildungTaschengeld ist ein zentraler Bestandteil der finanziellen Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Es ermöglicht ihnen, den Umgang mit Geld zu lernen, eigene Entscheidungen zu treffen und die Bedeutung von Sparen zu verstehen.. Das müssen sie später möglicherweise teuer bezahlen. Geht es um Finanztüchtigkeit, finden laut einer Studie der Universität Cambridge bereits im Alter von sieben bis neun Jahren entscheidende Prägungen statt.
Geld schwarz auf weiß
Sobald Kinder über eigenes Geld verfügen, muss auch der Umgang damit geprobt werden. Um das Budgetieren zu lernen, empfehlen Finanzexperten das klassische Haushaltsbuch. Hier tragen die Kids ihr Taschengeld ein und behalten einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben. Ältere Kinder können dann auch größere Projekte, wie einen Urlaub mit Freunden, vernünftig und weitsichtig planen.
ArtikelWarum draußen spielen für Kinder so wichtig istWir beschreiben die essentiellen Vorteile am spielen an der frischen Luft
Sie sehen dann schwarz auf weiß: wenn ich im Sommer zur Ferienfreizeit nach Spanien will, kann ich mir den neuen PC jetzt nicht leisten. Eine kindgerechte Finanzplanung lässt sich auch gut mit Sparschweinen realisieren. Verschiedene Dosen tragen dabei zum Beispiel Aufschriften wie "Sparen", „Ausgeben“, "Fahrrad" oder "Spenden".
Finanzbildung im Alltag
Jeden Traum sofort zu erfüllen oder Taschengeld vorzustrecken, hat einen schlechten Lerneffekt für das Geldverhalten. Kinder sollten außerdem einen groben Einblick in die Familien-Finanzen bekommen. So sehen sie, was Mama und Papa erwirtschaften, wie lange sie dafür arbeiten und wie viel tagtäglich für die Familie ausgegeben werden muss. Zum Beispiel für den immer verfügbaren Strom.
Wer weiß, wie teuer die Energie aus der Steckdose ist, zahlt bestimmt ohne Meckern 10 Cent in die Sparbüchse, die in manchen Familien für kleine Licht-Anlasser und Stromverschwender steht. Praktische Erfahrungen sammeln junge Finanzjongleure, wenn sie allein einkaufen dürfen.
FinanzbildungArtikelFinanzen im Blick: Finanzcoaching und digitale Tools für FamilienWeniger Einkommen, mehr Ausgaben: Familien stehen oft vor finanziellen Herausforderungen. Finanzcoaching und smarte Apps helfen beim Überblick – aber welche Lösung passt zu deinem Alltag? ist zudem Beziehungsarbeit; zum Beispiel bei anstrengenden Diskussionen um das nächste Smartphone oder angesagte Klamotten. Wer allem Quengeln nachgibt, bringt Kindern den falschen Umgang mit Geld bei und arbeitet wichtigen Konsumkompetenzen entgegen. Töchter profitieren vom positiven Vorbild einer finanziell kompetenten Mutter, die vorlebt, dass Geld nicht nur Männersache ist.
Taschengeld per App
Mit dem Schuleintritt bekommen viele Kinder ihr erstes Taschengeld. Das Familienministerium empfiehlt pro Woche 1 bis 1,50 Euro ab sechs Jahren, in der vierten Klasse bis zu drei Euro. Ab der fünften Klasse sind etwa 20 Euro monatlich angemessen, um den Realabschluss herum rund 40 Euro und an die 60 Euro für Abiturienten.
Die Zahlung des Taschengeldes sollte pünktlich erfolgen und nicht durch Kürzen oder Erhöhen an das Verhalten des Kindes geknüpft werden. Mittlerweile kann das Taschengeld mithilfe von Apps wie Revolut oder Bling gemanagt werden.
Zwar sind auch Überweisungen für Müll rausbringen oder Spülmaschine ausräumen möglich – Experten sehen das Bezahlen solcher Gefälligkeiten allerdings kritisch. Kinder, so ihre Überzeugung, müssen lernen, dass jeder in der Familie unentgeltlich Aufgaben zu übernehmen hat. Geld ist hier der falsche Anreiz, wie übrigens auch bei Noten.
Statt intrinsisch, also für sich selbst, zu lernen, strengen sich Kinder dann nur extrinsisch für mehr Zeugnisgeld an. Sinnvollere Verdienstmöglichkeiten für Kinder ab 13 sind Zeitungen oder Prospekte austragen oder beim Nachbarn Rasen mähen.
Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für die Eröffnung eines Girokontos mit EC- oder Debitkarte für Überweisungen, Bargeldabhebungen, Kartenzahlungen oder Daueraufträge. Auch das Taschengeld kann dorthin überwiesen werden. Es soll dem Nachwuchs zur freien Verfügung stehen, ohne zu viel elterliche Einmischung. Wenn er etwas kauft, das sich schnell als Quatsch erweist, macht er wichtige Erfahrungen und setzt sein Geld beim nächsten Kauf besser ein, erklären Fachleute.
Während Jugendliche alt genug sind, den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit Konto und Karte zu handeln, brauchen kleinere Kinder den Umgang mit Bargeld. Nur mit Scheinen und Münzen lernen sie, wie Verdienen, Sparen und Ausgeben funktioniert. Und vielleicht können Eltern ihren großen und kleinen Sparfüchsen ganz nebenbei das Fach Mathematik schmackhaft machen.
Denn wer fitter in Mathe ist, rechnet leichter aus, wie viele Kugeln Eis noch drin sind oder wie viel sich mit dem Rabatt-Gutschein beim Kauf des Computerspiels sparen lässt.
Du möchtest noch mehr Artikel lesen? Dann schau doch in unserer Digitalausgabe vorbei.
Weniger Einkommen, mehr Ausgaben: Familien stehen oft vor finanziellen Herausforderungen. Finanzcoaching und smarte Apps helfen beim Überblick – aber welche Lösung passt zu deinem Alltag?