Teilzeit, Vollzeit, Carezeit: Der neue Arbeitsmarkt für Familien
Bundeskanzler Friedrich Merz verlangt mehr Arbeit in Deutschland. Für Familien ist das nicht so leicht wie gedacht. Zwischen Care-Arbeit und Kita-Schluss drohen Eltern auf der Strecke zu bleiben.

Bundeskanzler Friedrich Merz verlangt mehr Arbeit in Deutschland. Für Familien ist das nicht so leicht wie gedacht. Zwischen Care-Arbeit und Kita-Schluss drohen Eltern auf der Strecke zu bleiben.
Während die Bundesregierung diskutiert, wie Deutschland mehr Arbeitsstunden aus seinen Bürger herausholen kann, stellen sich viele Eltern ganz andere Fragen: Wie soll das gehen? Mit Kindern, Betreuungslücken und ohnehin schon übervollen Tagen?
Mehr arbeiten, aber wann?
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seine Wirtschaftsministerin Katherina Reiche fordern längere Lebensarbeitszeiten und eine höhere Erwerbsbeteiligung, das verrät Reiche in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Vor allem die Teilzeitquote soll sinken. Doch gerade für Eltern ist das leichter gesagt als getan: Fast jede zweite berufstätige Frau in Deutschland arbeitet in Teilzeit. Oft nicht freiwillig, sondern weil Betreuungszeiten, Krankheitswellen oder Schulferien eine Vollzeitstelle unmöglich machen.
Care-Arbeit: Der unsichtbare Vollzeitjob
Wer in Teilzeit arbeitet, ist nicht automatisch weniger leistungsbereit. Viele Eltern, insbesondere Mütter, leisten unbezahlte Arbeit zu Hause, kümmern sich um Kinder, pflegen Angehörige, koordinieren Termine und halten das Familienleben am Laufen, meist ohne große Anerkennung.
Diese „Care-Arbeit“ führt jedoch häufig zu negativen Langzeitfolgen: geringeres Einkommen, weniger Aufstiegschancen, geringere Rentenansprüche. Eine strukturelle Schieflage, die vor allem Mütter trifft – und letztlich Familien als Ganzes.
Väter haben keine Zeit mit ihrer Familie
Laut dem „Väter-Report“ der Bundesregierung möchte jeder zweite Vater mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen, aber nur etwa 20 Prozent gelingt das auch. Der Grund: starre Arbeitsmodelle, fehlende Teilzeitoptionen für Männer und ein Arbeitsmarkt, der Männer noch immer als Haupternährer einplant.






